Lokales "Assessment" von Ökosystemleistungen und Biodiversität im Raum Bonn

Das Biodiversitätsnetzwerk Bonn (BION) führt ein Projekt unter dem Titel „Lokales „Assessment“ von Ökosystemleistungen und Biodiversität im Raum Bonn - Eine Pilotstudie des Biodiversitätsnetzwerks Bonn (BION) zur Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs)“ durch. Ziel ist es, die Datenlage zu den wesentlichen qualitativen und quantitativen Indikatoren für Ökosystemleistungen inkl. Biodiversität zu untersuchen und darauf basierend zu klären, wie es um Status und Trends der Ökosystemleistungen im Raum Bonn bestellt ist und inwieweit die verfügbaren Daten hinreichend für eine realistische Bewertung sind. Greifbares Ergebnis der Arbeiten soll ein Statusbericht zur Bewertbarkeit und ggf. eine Bewertung sein, sowie Empfehlungen zur notwendigen Datengrundlage bzw. konkret zum Erhalt und zur Wiederherstellung der Ökosystemleistungen in einem städtischen Gebiet.

Maßnahmen und Arbeitspakete

Zur Durchführung des Projektes sind folgende Maßnahmen vorgesehen:

1.)    Identifizierung und Erfassung der für eine Bewertung notwendigen qualitativen und quantitativen Daten bzw. Datenquellen zu Ökosystemleistungen und Biodiversität unter Einbeziehung der Nachhaltigkeitsziele (SDGs) auf UN-, Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene.

2.)    Auf Basis von 1.) werden Datenlücken und -defizite zu Biodiversität und Ökosystemleistungen im Untersuchungsgebiet identifiziert, sowie mögliche Optimierungsansätze für die Datenbasis untersucht.

3.)    Auf Basis von 1.) und 2.) wird untersucht, welche Aussagen zu Status und Trends von Biodiversität und Ökosystemleistungen auf der Basis vorhandener Daten möglich sind und welche Datenquellen zusätzliche/tragfähigere Aussagen über Status und Trends von Biodiversität und Ökosystemleistungen ermöglichen würden.

Zur Erreichung dieser drei Maßnahmen werden die folgenden Arbeitspakete identifiziert:

AP1:   Ziel - Identifikation der bewertungsrelevanten Daten zu Ökosystemleistungen und Biodiversität, Identifikation der Datenquellen (Kataster, Flächennutzung, Kartierungen, Schutzgebiete)

Maßnahme – Unter Einbeziehung eines möglichste breiten Kreises von BION-Partnern werden die für die relevanten Bewertungen zielführenden Datentypen und -quellen identifiziert und die entsprechenden Datensätze und die Verfügbarkeit und Zugänglichkeit für das Projekt überprüft. Auf Basis dieser Vorarbeiten wird ein Katalog von Daten/Datenquellen und darauf basierenden Indikatoren erarbeitet.

AP2: Ziel - Katalogisierung und Kartierung von Biodiversität und Ökosystemleistungen im Großraum Bonn auf der Basis der vorhandenen Daten.

Maßnahme – In diesem zweiten Schritt wird eine zusammenfassende Darstellung und Bewertung (Assessment) zu Biodiversität und Ökosystemleistungen im Untersuchungsraum durchgeführt. Dabei wird versucht werden Biodiversität und Ökosystemleistungen zu kartieren, ggf. mit Richtwerten und Proxies sofern Detaildaten nicht verfügbar sind. Naheliegenderweise wird dabei angefangen mit den Aktivitäten der relevanten BION-Mitgliedseinrichtungen. Es werden alle relevanten Initiativen und ihre jeweiligen Beiträge zur Biodiversität und nachhaltigen Entwicklung (Mission, Strategien und Maßnahmen) identifiziert, wobei durchaus auch Maßnahmen und Projekte mit nationalem oder globalem Wirkungsgrad berücksichtigt werden können. Als Ergebnis entsteht eine Übersichtskarte der Natur-, Arten- und Umweltschutzprojekte und der Ökosystemleistungen auf die alle identifizierten Initiativen projiziert werden und auf ihren Beitrag zur Erhaltung und Wiederherstellung von Biodiversität und Ökosystemleistungen hin kommentiert werden. Dies wird zugleich zeigen, in welchen Bereichen verfügbare Datenquellen belastbare Aussagen über Status und Trends bei Biodiversität und Ökosystemleistungen erlauben und in welchen Bereichen und bei welchen Fragestellungen welche zusätzlichen Daten erforderlich wären, um zu solchen zu kommen.

AP3:   Ziel - Identifizierung von wesentlichen Datenlücken und -defiziten.

Maßnahme – Auf der Basis der Kartierung von Ökosystemleistungen und Biodiversität in AP2 kann nun untersucht werden, welche Daten für eine zuverlässige oder gar vollständige Bewertung der Region bezüglich Ökosystemleistungen und Biodiversität über die vorhandenen Daten hinaus erforderlich wären. Welche Informationsquellen müssten erschlossen/neu geschaffen werden, um weiterführende Analysen durchzuführen? Dies soll in enger Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen BION-Institutionen in der Form von Arbeitstreffen und in Interaktion mit der Politik geschehen. Am Beginn der Analyse nach Abschluss der Kartierung soll ein 2. Fachgespräch stattfinden mit Teilnehmern des 1. Fachgesprächs, sowie eventuell zusätzlichen Akteuren, die während der Umsetzung von AP1 und AP2 identifiziert werden. Dort sollen Einzelaspekte für das weitere Vorhaben ausgearbeitet und weiterentwickelt werden. Zentrales Ziel ist eine grundlegende Bewertung der Tragfähigkeit vorhandener und die mögliche Notwendigkeit neuer Datenquellen zu Biodiversität und Ökosystemleistungen. Dies ist zugleich die Basis für Empfehlungen für zukünftige Untersuchungen im Raum Bonn und an anderen Orten.

AP4:   Ziel – Die Ergebnisse im Internationalen Kontext

Maßnahme – Die Ergebnisse der Arbeitspakete 1–3 werden auf einem Abschlußworkshop präsentiert und diskutiert. Der Workshop soll primär dazu dienen die Ergebnisse unmittelbar in den Kontext des Strategischen Plans der CBD (GSPC), die UN Dekade der Biodiversität 2011–2020, die Sustainable Development Goals (SDGs) und das Arbeitsprogramm des Weltbiodiversitätsrates IPBES (auch im Rahmen von Zuarbeiten zum deutschen Beitrag für die regionalen Assessments) zu stellen. Dabei wird diskutiert werden welche allgemeinen Fragestellungen sich aufgrund des gemachten Assessments exemplarisch klären lassen (und welche nicht), bzw. welche konkreten, praktischen Handlungsempfehlungen sich daraus zum Einen für die Bewertung von Ökosystemleistungen und Biodiversität, zum Anderen auch für zielführende Maßnahmen zu deren Erhaltung und Schutz ableiten lassen. Der Workshop wird in enger Abstimmung mit ICLEI und der Stadt Bonn (z.B. Einladung von Repräsentanten der Partnerstadt Chengdu) durchgeführt werden.

Kontakt:

Dr. Wolfram Freund

BION e.V. - Biodiversitätsnetzwerk Bonn
c/o Botanische Gärten der Universität
Meckenheimer Allee 171
53115 Bonn

Tel:  +49 (0)228 73 9055
Fax: +49 (0)228 73 1690

Email: wfreund(at)uni-bonn.de