AG 7: Capacity Building

Capacity Building spielt für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt eine zentrale Rolle. Ziel von Capacity Building ist es, die Fähigkeiten und Kapazitäten von Menschen, Institutionen und der Gesellschaft als Ganzes zu stärken, um sie besser auf aktuelle und zukünftige Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung vorzubereiten. In diesem Zusammenhang wird sich die Arbeitsgruppe besonders mit Fragen menschlicher, wissenschaftlich/technischer und institutioneller Kapazitäten hinsichtlich der Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der Biodiversität befassen. Dabei gilt es herauszufinden, wie die BION-Partner zur Verbesserung und Umsetzung von Capacity Building auf verschiedenen Ebenen beitragen können, und welche Ansätze hierfür genutzt werden können (z. B. Kommunikation, Bildung, Training, Forschung, Bewusstseinsbildung, Beiträge zur Politikgestaltung oder zum Austausch von bewährten Methoden und Praktiken).

Klemens Riha (Ltg.)
(Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit - GIZ), ad interim
klemens.riha(at)giz.de

Grundlagen

Die globale Umweltfazilität (Global Environment Facility - GEF) und das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Development Programme - UNDP)1 beschreiben Capacity Building als die "erforderlichen Maßnahmen und Aktivitäten zur Förderung der Fähigkeiten und des Vermögens von Individuen, Institutionen und Systemen, um Entscheidungen treffen und umsetzen zu können und um ihre Funktionen und Aufgaben wirksam und nachhaltig erfüllen zu können". Gemäß den Vereinbarungen der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (United Nations Conference on Environment and Development - UNCED,1992umfasst Capacity Building menschliche, wissenschaftliche, technologische, organisatorische und institutionelle Ressourcen und Fähigkeiten. Die Konferenz bestätigte auch als grundlegendes Ziel von Capacity Building die Verbesserung unseres Vermögens, politische und strategische Fragen und Optionen der nachhaltigen Entwicklung besser verstehen und uns damit entsprechend auseinandersetzen zu können.

Für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung biologischer Vielfalt sind der Aufbau und die Verbesserung der Möglichkeiten und Fähigkeiten von Stakeholdern und potentiellen Akteuren ein zentraler Faktor. Dies spielt auch im Umsetzungsprozess des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity - CBD) eine wichtige Rolle, obwohl der eigentliche Wortlaut der Konvention keine konkrete Definition des Begriffs beinhaltet. In der Präambel wird jedoch auf die "dringende Notwendigkeit wissenschaftliche, technische und institutionelle Kapazitäten zu entwickeln", hingewiesen, um im Anschluss angemessene Maßnahmen planen und ergreifen zu können. Seit 2010 fordert der Strategische Plan der CBD (2011-2020) die Vertragsstaaten auf, ihre Umsetzungsmaßnahmen durch gemeinsame Planung, Wissensmanagement und Capacity Buildingweiterzuentwickeln und zu verbessern. Aufgrund der hohen Bedeutung von Capacity Building für den globalen Erhalt der Biodiversität unterstützt die 2012 neu eingerichtete zwischenstaatliche Plattform für Biodiversität und Ökosystem-Dienstleistungen (IPBES, kurz auch "Weltbiodiversitätsrat" genannt) in einem eigenen Arbeitsbereich die Stärkung und den Aufbau von Kapazitäten in Schwellen- und Entwicklungsländern, beispielsweise durch die Förderung von Wissenschaftlern, den Aufbau wissenschaftlicher Kooperationen und den vereinfachten Zugang zu Fachliteratur und Datenbanken.

Derartige Maßnahmen und Aktivitäten zur Förderung des Erhalts und der nachhaltigen Nutzung der Biodiversität erfordern Wissen, Expertise und Fähigkeiten sowie den Transfer von Know-how, um natürliche Ressourcen effizient und nachhaltig bewirtschaften zu können. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, dass Menschen, Institutionen und die Gesellschaft als Ganzes auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen und die entsprechenden zu ergreifenden Maßnahmen ausreichend vorbereitet sind.

Ziele

Ziel ist es, die verschiedenen Perspektiven von Capacity Building innerhalb von BION und Fragen im Hinblick auf die Bewertung des potentiellen Capacity-Building-Bedarfs zu diskutieren. Dabei gilt es herauszufinden, wie die BION-Partner und das Netzwerk zur Verbesserung und Umsetzung von Capacity Building auf verschiedenen Ebenen beitragen können.

Dazu versucht die AG sich der Diskussion innerhalb der anderen Arbeitsgruppen von BION anzuschließen, um potenzielle Bedarfe zu erheben und bereits existierende Ansätze, die den oben genannten Anforderungen entsprechen, zu sammeln. Die AG wird sich daher u. a. mit folgenden Fragen, die ins Netzwerk und andere AGs eingebracht werden könnten, beschäftigen:

  • Unterschiedliche Perspektiven, Verständnis sowie Definitionen von Capacity Building innerhalb der AG-Mitglieder und BION
  • Welche Capacity-Building- und Entwicklungsbedarfe bestehen? Welche Ansätze, Formate und Konzepte werden bereits von BION-Mitgliedern genutzt und zur Verfügung gestellt?
  • Auf welcher Ebene wird die AG aktiv werden, und welches sind die potenziellen Zielgruppen?
  • Welche Kompetenzen und Fähigkeiten erwarten und benötigen BION Partner und das Netzwerk im Hinblick auf künftige Anforderungen und welchen Beitrag können hierzu beispielsweise die universitäre Ausbildung und andere Trainingsinstitutionen leisten?

[1] Capacity Development Initiative (GEF / UNDP), 2001.

[2] Strategic Goal E (CBD Strategic Plan / Aichi Targets), 2010.